Das Gelb gewordene Beige – oder der Pulli, der wieder in den Schrank wandert.
Letzte Woche habe ich einen Pulli aus meinem Schrank in der Hand gehabt und kurz überlegt, ob ich ihn anziehe und dann doch wieder zur Seite gelegt. Der Grund war, dass ich ihn irgendwie langweilig fand, ich hab ihn auch eh schon lange nicht mehr angezogen, deswegen liegt er auf meinem „Vielleicht-Stapel“.
Vielleicht gut, vielleicht aber auch nicht, also mit Fragezeichen liegen lassen.
Ich hab also diesen Pulli, so’n klassicher beige farbener Baumwollpulli, noch in der Hand, um ihn gleich wieder aufzufalten und wegzulegen…da geht mein Blick über die gelben Teile daneben und auf einmal war das Beige nicht mehr Beige, sondern hatte diesen sanften Gelbstich. Genau die Nuance, die gerade überall zu sehen ist, Buttergelb, ein Ton zwischen Beige und Gelb, bis hin zu hellgelb. Und auf einmal wurde er trendy.

Das schlummernde Potential
Die Teile, die einmal auf dem Vielleicht Stapel landen und als BackUp noch im Schrank sind, sind nicht schlecht, sie sind nur geparkt. Ich behalte sie, weil ich fühle oder einschätzen kann, dass ich sie irgendwann wieder anziehe. Manchmal ist das wirklich nur ab und zu, aber manchmal kommt auch so ein Moment wie eben – du erinnerst dich, das Gelb gewordene Beige – da ploppt so ein Funken hoch und es kribbelt in meinen Fingern.
Ab jetzt werde ich diesen Pulli versuchen wieder in meine Outfits zu kombinieren. Denn er passt ja vermutlich zu den schönen Gelb-Tönen. Aussortierte Kleidung wieder tragen und das mit Freude, wie toll ist das denn. Ich hab auf jeden Fall ein Projekt und wieder Spaß an dem Teil. Mal schauen, was ich draus machen kann!
Was ist mit den Teilen im Keller?
Ein anderes Beispiel sind die Kleidungsstücke, die für ein paar Jahre im Keller landen. Ich sortiere viele Teile zwischenzeitlich aus, die ich aber ganz bewusst behalte.
Und ich weiß, dass unten im Keller auch noch eine Hose liegt, geschätzt seit 15 Jahren, deren Passform gerade wieder total aktuell ist. Die hol ich mir die Tage auf jeden Fall wieder hoch, ich weiß genau, dass sie da unten ist. Die kommt dann auch in meine Outfit-Planung, ich freu mich.
Zwei Beispiele, ein Prinzip
Was heute keinen Platz im Schrank hat, kann die nächste Saison oder auch in ein paar Jahren wieder genau richtig sein.
Was aussortiert wird,
- hat seine Zeit vorerst gehabt,
- ist ein Fehlkauf mit Option auf mehr
- oder ein Teil, was selten getragen wird, aber doch irgendwie da bleiben kann.
Und diese Teile sortierst du dir an die passende Stelle, so dass du sie griffbereit hast, wenn du sie brauchst.

Was in den Schrank kommt und was nicht
In den Schrank sortiere ich nur, was ich aktuell trage und ein paar ausgewählte Stücke vom Vielleicht-Stapel. Der Rest wandert in einen anderen Schrank oder gut gelagert in den Keller.
Teile, die ich in dem Moment richtig hässlich finde, die aber irgendwann wieder Ihre Bühne haben, kommen auch weiter weg. Und ein paar Jahre später hol ich manche davon wieder hervor und denke: Wie gut, dass ich die noch hab, jetzt sind sie cool.
Genau das ist eigentlich die Kunst dabei. Zu erkennen, was Potenzial hat, auch wenn’s gerade nicht passt. Ein Teil, das du für alt oder hässlich hältst, mit einer neuen Farbe so zu kombinieren, dass es komplett neu aussieht. Das ist eine der coolsten Challenges überhaupt.
Warum ist das mehr als Sortieren?
Du willst Überblick und Ordnung im Schrank, um easy Outfits für deine Alltagssituationen zu finden. Dafür brauchst du Überblick über deinen Kleiderbestand und solltest auch mal was raus nehmen. Denn die dünnen Sommerhosen wirst du im Winter nicht tragen. Deswegen ist Sortieren so wichtig, aber eigentlich ist es kein Sortieren. Du lernst dich besser kennen oder findest einfach neu raus, was du aktuell trägst oder tragen möchtest.
Das bringt dir eine wunderbare Klarheit und das Sortieren ist der Spiegel davon. Der Vielleicht- und Keller-Stapel sind das Ergebnis aus dem Ganzen, natürlich neben den Schätzen, die direkt wieder in den Schrank wandern, zum direkt Benutzen.
Den aktuellen Schrankinhalt kannst du schön machen, damit du dich jeden Morgen freuen kannst und Zeit sparst.

Und da ich das jede Saison mache und überhaupt nicht als Ausmisten empfinde, obwohl dabei sehr viel Freiraum herauskommt, habe ich einen Schrank-Detox und Sortierguide gebaut. Nicht ausmisten um des Ausmistens willen, sondern für Klarheit darüber, was du hast, zum immer Wiederfinden und vor allem zum Wiederlieben.
So, welches Kleidungsstück liebst du sowieso oder willst es neu finden?

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Wir machen darin auch noch den Schrank schick.
Es grüßt dich slow°, Uta

Lieber Zuhören statt Lesen?
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